Die15 - Magazin für die 15 Dörfer der Stadt Lichtenau

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

DIE15 - Ausgabe 12 Weihnachten 2010

Die15-Ausgabe-12Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Weihnachten damals und heute:

Mein Opa wäre jetzt 105 Jahre alt. Gerade zur Weihnachtszeit denke ich oft daran, wie wir Kinder mit unseren Eltern und Großeltern im wohlig-warmen Wohnzimmer unter dem geschmückten Weihnachtsbaum Bescherung machten. Im Kreise der Lieben und natürlich inmitten vieler schöner Geschenke lauschten wir auch immer Opas Erzählungen. Für alle gab es nur kleine Geschenke, bescheidene Gaben, Früchte vom Feld, Äpfel und Nüsse, ganz selten vielleicht ein Paar Schuhe. Wichtig war nur, dass sich die Großfamilie zur heiligen Nacht um einen großen Tisch versammeln und das Fest gemeinsam feiern konnte. Und alle Kinderaugen strahlten, sagte er.

Schon zwei Jahre später verlor Opa mit neun Jahren den Glauben an das Christkind. Krieg kam über das Land mit all seinen Leiden, mit Hunger und Not. Mit etwas Glück gab es ein Stück trockenes Brot. Er wünschte sich nichts sehnlicher, als den Heiligabend mit seinen Eltern und Geschwistern zu verbringen. Doch das war kaum möglich. Der Vater, die älteren Brüder, sie hielten Wache oder waren im Krieg. In Kriegs- und Nachkriegsjahren strahlten die Kinderaugen nicht. Opa überlebte als junger Mann auch den zweiten Weltkrieg, jetzt selbst Vater von zwei kleinen Kindern, die er in den Kriegswirren großzog. Und dann erlebte er, wie nach dem Krieg langsam der Wohlstand ins Land kam…

Es war 1980, als Opa uns all das erzählte – ja, auch schon wieder dreißig Jahre her. Wir Kinder staunten nicht schlecht, klangen die Berichte für uns doch wie dem Geschichtsbuch entsprungen. Aber wer konnte uns verdenken, dass für uns die Geschenke im Fokus standen? Wir waren nicht verwöhnt, aber unsere Eltern erfüllten uns den einen oder anderen Herzenswunsch, auch mit Unterstützung der Großeltern, die nun bereits Rentner waren. Unsere Kinderaugen jedenfalls strahlten.

Damals fragte ich mich: Was möchte uns Opa mit seinen Geschichten eigentlich sagen? Dass wir jetzt all unsere schönen Präsente – ich erinnere mich noch genau, ich hatte ein riesengroßes, kuschelig-weiches Badehandtuch bekommen – wieder zurückgeben sollten? Zufrieden sein sollten im Kreis der Familie, nur mit Äpfeln und Nüssen? Sie geben mir sicherlich Recht, 1980 ist all das für eine Dreizehnjährige nur sehr schwer nachvollziehbar…

Heute ertappe ich mich, wenn wieder Weihnachten naht, häufig bei der Frage: Haben wir mit der Zeit aus diesem schönen, besinnlichen Familienfest nicht einen Jahrmarkt gemacht, Wünsche und Geschenke im Wohlstandsrausch übertrieben? Und dabei den eigentlichen Sinn der heiligen Nacht vergessen? Einer heiligen Nacht wie beispielsweise 1912...

Besinnliche Festtage und einen guten Rutsch ins Jahr 2011!

Ihre Elke Rohde
und das Team Werbung der Marketinggemeinschaft Stadt Lichtenau/Westfalen e.V.

 

Verteiler in Henglarn gesucht

Das Lichtenauer Stadtmagazin Die15 sucht für sofort oder später zuverlässige Verteiler für den Bereich Henglarn.
Bei Interesse wenden Sie sich an die Marketinggemeinschaft
Tel. 0 52 95/99 89 528  
E-Mail info@lichtenau-marketing.de.

Der-15er-Logo 200px

Klostermann-Markt-2012-Logo

Service-in-Lichtenau

Logo_Stadt_Lichtenau

Website 100% CO2 neutral by Host Europe

Login_Nur_fuer_registrierte_User

Über diese Webseite

Wir haben 10 Gäste online
Seitenaufrufe : 129509

Gesponsert by Wilken Augenoptik - Brillenmode & Kontaktlinsen aus Lichtenau