Die15 Ausgabe 9 Oktober 2010
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
von „Jägern und Sammlern": Wir kennen den Ausdruck aus unseren Geschichtsbüchern und verbinden damit meist das Bild der in knappe Tierfelle gehüllten Steinzeitmenschen, die zur Ernährung nicht Landwirtschaft betrieben, sondern sich durch die Jagd auf Wildtiere und vom Sammeln wilder Pflanzen ernährten. Die frühen Jäger und Sammler(innen) bewegten sich innerhalb fließender Grenzen und Reviere in der freien Natur. Eine klassische Rollenverteilung zwischen Mann und Frau kannte man auch damals schon: Vorwiegend gingen die Männer der Jagd nach, die Frauen dem Sammeln. Die Waffen der Jäger waren Wurfhölzer und Speere, Lanzen und Harpunen, Pfeil und Bogen, auch Netze und Schlingen. Die Frauen und Kinder sammelten, was die nahe Örtlichkeit hergab.
Vorbei ist diese naturverbundene, steinzeitliche „Idylle". Im hektischen Europa leben wir heute in einer modernen Überflussgesellschaft, haben gut sortierte Supermärkte vor der Haustür, werden von Angeboten erschlagen und finden eine riesige Auswahl an Kleidung für jede Jahreszeit und jeden Modegeschmack. Doch sind wir wirklich so weit vom Steinzeitmenschen entfernt, wie wir glauben? Ist nicht auch der moderne Zeitgenosse noch mit einem Gen ausgestattet, das wesentlich weniger modern ist, als wir wahrhaben möchten? Jäger und Sammler gibt es auch in unserer Gesellschaft: Was ist beispielsweise mit all den „Schnäppchenjägern" in den Fußgängerzonen auf der Suche nach Hochwertigem zum kleinsten Preis? Der Internetverkauf boomt, weil wir stundenlang bequem vom Bildschirm aus in den Onlineshops nach Begehrenswertem jagen. Im täglichen sammeln wir Briefmarken, Postkarten, Sand von fernen Stränden und allerlei weitere nützliche und unnütze Dinge des Lebens. Auch im Berufsleben sammeln wir vielfach Auszeichnungen. Und hauen wir nicht manchmal auf dem Weg zum nächsten Karriereschritt vermeintlich unliebsamen Konkurrenten bildlich gesehen mit der Keule auf den Kopf? Hat sich so viel geändert?
Abschließend möchten wir den Bogen schlagen und Sie herzlich einladen zum 5. Wildschütz-Klostermann-Markt am 2. und 3. Oktober in Lichtenau. Der gibt sich in diesem Jahr „wild und westfälisch" mit allerlei lukullischen Köstlichkeiten, Wild-Grillen auf der Rathausbühne, Wildbret für Zuhause. Aber auch interessante Marktaussteller und Vereine aus den 15 Dörfern der Stadt und der Region präsentieren dort ein vielfältiges Programm rund um Wild, Wald, Natur, Landwirtschaft und regenerative Energien. Keine Angst, hier müssen Sie Ihr Wild nicht selber jagen und erlegen: Pfeil und Bogen dürfen Sie beim Besuch dieser Veranstaltung getrost zuhause lassen.
Starten Sie gut gelaunt in den Herbst!
Ihre Elke Rohde
und das Team Werbung der Marketinggemeinschaft Stadt Lichtenau/Westfalen e.V.








